Das war er, der GutsMuths-Rennsteiglauf 2009.
Gestern, am 16. Mai, war ich zum neunten Mal dabei. So lange musste es dauern, bis ich bemerkt habe, dass der Lauf mit 37 Jahren genauso alt ist wie ich. Genauer gesagt, nicht mal ich selbst bin darauf gekommen, den Hinweis gab mir - und sie muss es ja wissen - meine Frau Mutter. Der Rennsteiglauf hat also mein Alter, nur er hat noch keine Glatze.
Es musste aber nicht nur neun Jahre dauern, bis ich zu dieser epochalen Erkenntnis gelangt bin. Nein, außerdem habe ich eine persönliche sportliche Schallmauer durchbrochen: Mir ist das (aus meiner bescheidenen läuferischen Sicht) großartige Meisterstück gelungen ist, den Halbmarathon am Rennsteig in einer Zeit von unter zwei Stunden zu ersprinten. Keuch. 1:52:26 hat die Real-Time-Champions-Chip-Zeitmessung am Ende angezeigt. Ein Freund hat mir per SMS mit den Worten gratuliert, das seien “ja keniaistische Verhältnisse für einen Weißen”. Stimmt. Zumindest für einen wie mich.
Damit steht mein Entschluss fest, 2010 von Neuhaus nach Schmiedefeld zu laufen. Das ist doppelt so weit wie von Oberhof aus. Ist aber egal, da gibt es unterwegs nämlich auch Bier.

Wann waren Sie zum letzten Mal im Theater? Wenn Sie jetzt ein schlechtes Gewissen bekommen, dann kaufen Sie sich doch einfach eine Eintrittskarte vom Suhler Carneval Club für seine Auftakt-Veranstaltung im November 2008! Karneval und Theater? Sie haben richtig gehört. Ort des Geschehens ist nämlich der Große Theatersaal im Suhler Haus Philharmonie (früher Kulturhaus “7. Oktober”).
Der Grund: Die vom Staatstheater Suhl ursprünglich für diesen Tag geplante Aufführung des umjubelten Stücks “Das Fegefeuer von Zella-Mehlis” kann Agenturmeldungen zufolge voraussichtlich nicht stattfinden. Wie weiter mitgeteilt wurde, befänden sich die Damen und Herren Theaterschauspieler im Hungerstreik. Die Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern seien bislang ergebnislos verlaufen, so dass die Arbeitnehmerseite nunmehr zum Instrument der Arbeits- und Nahrungsmittelniederlegung greifen müsse. Immer dasselbe mit den Suhler Künstlern. Doch das alles ist kein Problem - immerhin gibt es ja den SCC. Der springt selbstlos ein, und die erworbenen Karten für den 22.11.2008 werden so trotzdem ihr Geld wert sein; oder noch mehr.
Der Herr auf dem Foto (W. U.) hätte das Suhler Kulturhaus vor genau 50 Jahren übrigens gern persönlich eröffnet. Doch leider war er damals wegen eines Kindergarten-Rundgangs behindert. Im Jahr 2008 nutzt er wohl die Gelegenheit, das Verpasste nachzuholen oder - alternativ - eine flammende Rede anlässlich der Schließung des Hauses zu halten.
Mehr unter www.suhler-carneval-club.de
Um es vorwegzunehmen: den gelben Schuhen geht es gut. Und dass, obwohl sie mich fünf Stunden und zehn Minuten lang auf 42 Kilometern und 195 Metern durch Berlin tragen mussten. Der Autor beschreibt die Entfernung bewusst so genau, weil der geneigte Leser erfahren soll, dass beim Marathon - vor allem am Ende des Laufes - jeder Schritt ein persönlicher Kampf mit den rumpfabwärts befindlichen Extremitäten darstellt. So war es zumindest bei mir. Ein erfahrener Sportsmann sagte einmal: “Ein Marathon ist genau zehn Kilometer zu lang.” Stimmt - sage ich! Denn bei Kilometer 32 fand das statt, worauf ich vorbereitet war: erst hier beginnt der Lauf.
“Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt.” Dieses Schild hielt einer von einer Million Zuschauern an der Strecke - offensichtlich zu Motivationszwecken - nach oben. Das kann ich heute, am Tag danach, auf breiter Front bestätigen. Am Ende sage ich danke Berlin, danke Christiane (für’s kilometerlange “Ziehen”), danke gelbe Schuhe und ein Bisschen danke mir selbst - für meinen ersten Marathon.
Es ist soweit. Ab jetzt bloggt es hier, dass sich die Balken biegen. Um die in Blogs gefürchteten, in Schriftform gebannten Verbalausuferungen von vornherein zu unterbinden, werde ich den Inhalt der Texte von Anbeginn konsequent eingrenzen: hier geht es ausschließlich um Gott und die Welt. Unter Umständen sind in Ausnahmefällen wahlweise auch hin und wieder Ausführungen zum ganz normalen täglichen Wahnsinn zugelassen.
Aber warum gelbe Turnschuhe als erstes Bild im ersten Artikel? Ganz einfach: es gibt noch einen anderen großen Startschuss in den nächsten Tagen. Der Pistolenknall, der am nächsten Sonntag um neun Uhr morgens die deutsche Hauptstadt erschüttern wird, lässt mich schon heute erzittern. Wenn der Mann am Reichstag abgedrückt hat, muss ich nämlich mit 39.999 anderen “Verrückten” zu 42,195 km Dauerlauf aufbrechen wollen. Bis dahin hab’ ich erstmal nur noch Fracksausen. Das ist aber immer noch besser als gar keine Sättigungsbeilage zum Diätessen. Sobald ich physisch wieder in der Lage bin, werde ich an dieser Stelle über den Zustand der Schuhe nach dem Berlin-Marathon 2008 berichten.